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Kabelanbieter nach Bundesland: Wer liefert wo?

Kabelanbieter in Deutschland nach Bundesland

Kurz gesagt: Welchen Kabelanbieter Sie wählen können, entscheidet nicht das Bundesland und auch nicht Ihr Geschmack, sondern die Leitung im Haus. In einem Gebäude liegt in der Regel genau ein Koaxnetz, und das gehört einem Betreiber. Bundesweit ist das meistens Vodafone, im Osten häufig PŸUR, dazu kommen örtliche Netze. Ein zweites Kabelnetz wird nicht parallel verlegt – wer wirklich wählen will, wechselt die Technik, nicht den Kabelanbieter.

Warum es keinen freien Kabelmarkt gibt

Bei DSL ist der Markt offen: Über dieselbe Telefonleitung können Telekom, 1&1, Vodafone und o2 ihre Tarife verkaufen. Beim Kabel ist das anders. Das Koaxkabel im Keller gehört dem Netzbetreiber, der es verlegt hat, und der vermarktet es selbst. Andere Anbieter treten höchstens als Wiederverkäufer auf demselben Netz auf – eazy gehört zu Vodafone, o2 verkauft Kabeltarife über die Netze von Vodafone und PŸUR.

Für Sie heißt das: Die Frage „Welcher Kabelanbieter ist in meiner Stadt der beste?“ führt in die Irre. Die richtige Frage lautet: Welches Netz liegt in meinem Haus, und was bietet dieser Betreiber dort an?

Kabelnetze nach Bundesland

Die Aufteilung stammt aus der Zeit vor der Fusion. Bis 2019 versorgte Unitymedia Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg, Kabel Deutschland die übrigen dreizehn Bundesländer. Vodafone hat Unitymedia am 1. August 2019 übernommen, am 1. Februar 2020 verschwand die Marke. Technisch sind es weiterhin zwei gewachsene Netze, deshalb unterscheiden sich Tarife und Ausbaustand bis heute je nach Region.

BundeslandGrößter KabelnetzbetreiberWeitere Netze vor Ort
Baden-WürttembergVodafone – aus dem Unitymedia-Netz–
BayernVodafone – aus dem Kabel-Deutschland-Netzörtliche Netze, z. B. komro in Rosenheim
BerlinVodafone und PŸUR nebeneinander–
BrandenburgPŸUR, daneben VodafoneAntennengemeinschaften
BremenVodafone – aus dem Kabel-Deutschland-Netz–
HamburgVodafone – aus dem Kabel-Deutschland-Netzwilhelm.tel, willy.tel
HessenVodafone – aus dem Unitymedia-Netz–
Mecklenburg-VorpommernVodafone – aus dem Kabel-Deutschland-Netzörtliche Netze
NiedersachsenVodafone – aus dem Kabel-Deutschland-Netz–
Nordrhein-WestfalenVodafone – aus dem Unitymedia-NetzNetCologne (Köln/Bonn), NetAachen, DOKOM21 (Dortmund)
Rheinland-PfalzVodafone – aus dem Unitymedia-Netz–
SaarlandVodafone – aus dem Unitymedia-Netz–
SachsenPŸUR, daneben VodafoneAntennengemeinschaften
Sachsen-AnhaltPŸUR, daneben Vodafoneörtliche Netze
Schleswig-HolsteinVodafone – aus dem Kabel-Deutschland-Netzwilhelm.tel
ThüringenPŸUR, daneben Vodafoneörtliche Netze

Die Tabelle zeigt, welcher Betreiber in der Fläche dominiert. Innerhalb eines Bundeslandes gibt es Ausnahmen, gerade in Großstädten und in Ostdeutschland liegen Netze nebeneinander. Verbindlich ist immer die Adressprüfung.

Die Betreiber im Einzelnen

Vodafone

Der mit Abstand größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland, nach Branchenangaben mit rund 24 Millionen erreichbaren Haushalten. Das Netz besteht aus zwei Teilen: dem früheren Kabel-Deutschland-Netz in dreizehn Bundesländern und dem früheren Unitymedia-Netz in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg, das allein 12,9 Millionen Haushalte erreichte. Im Ausbau sind bis zu 1.000 Mbit/s im Download üblich, der Upload bleibt kabeltypisch deutlich darunter.

Wenn Ihnen im Netz noch Artikel über „Unitymedia in Düsseldorf“ oder „Primacom“ begegnen: Diese Marken gibt es seit Jahren nicht mehr. Der Anschluss dahinter existiert weiter, er heißt nur anders.

PŸUR

Hervorgegangen aus Tele Columbus, mit Schwerpunkt in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. PŸUR ist dort in vielen Wohnungsbaugesellschaften der Vertragspartner fürs ganze Haus. Auch hier sind bis zu 1.000 Mbit/s möglich, je nach Ausbaustand des jeweiligen Netzabschnitts.

Örtliche Netzbetreiber

Daneben gibt es rund vierzig kleinere Netze, oft in kommunaler Hand oder aus Antennengemeinschaften entstanden: NetCologne in Köln und Bonn, NetAachen im Aachener Raum, wilhelm.tel rund um Norderstedt und Hamburg, DOKOM21 in Dortmund, komro in Rosenheim. Sie sind meist günstiger und im Service näher am Kunden, aber eben nur in ihrem Gebiet verfügbar.

Wiederverkäufer

eazy ist eine Zweitmarke von Vodafone auf demselben Netz, o2 verkauft Kabelanschlüsse über die Netze von Vodafone und PŸUR. Die Leitung ist dieselbe, unterschiedlich sind Preis, Vertragslaufzeit und Ansprechpartner.

Seit Juli 2024: der Anschluss läuft nicht mehr über die Nebenkosten

Bis zum 30. Juni 2024 durften Vermieter die Kosten für den Kabelanschluss pauschal über die Betriebskosten auf alle Mietparteien umlegen. Dieses Nebenkostenprivileg ist entfallen. Seither gilt: Wer Kabelfernsehen sehen will, schließt selbst einen Vertrag ab – meist mit genau dem Betreiber, dessen Netz im Haus liegt. Wer das nicht will, spart die Umlage und steigt auf Satellit, DVB-T2 oder Fernsehen über die Internetleitung um.

In vielen Mehrfamilienhäusern hat die Wohnungsgesellschaft stattdessen einen Rahmenvertrag abgeschlossen, in den Mieter einsteigen können. Ein Blick in die Hausverwaltung lohnt sich also, bevor Sie einen Einzelvertrag unterschreiben. Mehr dazu im Vergleich der Kabelfernsehen-Anbieter.

Wenn kein Kabel im Haus liegt

Rund ein Viertel bis ein Drittel der Haushalte hat keinen Kabelanschluss, vor allem in ländlichen Regionen. Die Alternativen:

  • DSL und VDSL – über die Telefonleitung, nahezu flächendeckend verfügbar. Fernsehen läuft dann als IPTV über dieselbe Leitung.
  • Glasfaser – wo vorhanden die beste Wahl, auch beim Upload. Ende 2025 lag die Verfügbarkeit bundesweit bei 49 Prozent der Haushalte.
  • Satellit – nach der einmaligen Anschaffung im Betrieb am günstigsten, braucht freie Sicht nach Süden und die Erlaubnis des Vermieters.
  • DVB-T2 HD – Antennenfernsehen, öffentlich-rechtliche Sender frei empfangbar, private nur im kostenpflichtigen Paket.
  • LTE- und 5G-Homespot – als Notlösung dort, wo die Leitung zu langsam ist.

Wenn PŸUR Ihr Netzbetreiber ist

Für einen großen Teil Ostdeutschlands und für viele Wohnanlagen in westdeutschen Großstädten heißt der Kabelbetreiber PŸUR. Dann stellt sich die Anbieterfrage nicht mehr, wohl aber die Tariffrage: Internet gibt es von 50 bis 1000 Mbit/s, Fernsehen wahlweise mit TV-Box oder ohne, und der Internetpreis gilt dauerhaft statt nur für die ersten zwölf Monate. Beides sind getrennte Verträge, die Sie einzeln abschließen können.

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Tarife und Verfügbarkeit bei PŸUR prüfen

Verfügbarkeit prüfen und Tarife vergleichen

Verbindlich ist nur die Adressprüfung. Der Rechner zeigt, welche Anschlüsse an Ihrer Adresse verfügbar sind und was sie derzeit kosten:

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Häufige Fragen

Welcher Kabelanbieter ist in meinem Bundesland verfügbar?

In dreizehn Bundesländern stammt das Kabelnetz aus dem früheren Kabel-Deutschland-Netz, in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aus dem früheren Unitymedia-Netz. Beide gehören heute zu Vodafone. In Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist daneben PŸUR stark vertreten. Entscheidend bleibt die Adresse, nicht das Bundesland.

Kann ich meinen Kabelanbieter frei wählen?

Nein. Im Haus liegt in der Regel genau ein Koaxnetz, und ein zweites wird nicht parallel verlegt. Wählbar sind das Paket innerhalb dieses Netzes und Wiederverkäufer wie eazy oder o2, die dieselbe Leitung nutzen. Wer den Anbieter wirklich wechseln will, muss die Technik wechseln: DSL, Glasfaser, Satellit oder DVB-T2.

Gibt es Unitymedia noch?

Nein. Vodafone hat Unitymedia am 1. August 2019 übernommen, am 1. Februar 2020 wurde aus der Unitymedia GmbH die Vodafone West GmbH und die Marke verschwand. Alte Unitymedia-Anschlüsse in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg laufen heute unter Vodafone weiter.

Wie finde ich heraus, welches Netz in meinem Haus liegt?

Am schnellsten über die Adressprüfung eines Anbieters – dort wird die Hausnummer abgefragt und das Ergebnis ist verbindlich. Ein zweiter Weg führt über die Hausverwaltung, die weiß, mit welchem Betreiber ein Vertrag besteht. Im Keller verrät oft auch der Verteilerkasten den Netzbetreiber.

Was ist seit dem 1. Juli 2024 anders?

Bis dahin durften Vermieter den Kabelanschluss über die Betriebskosten auf alle Mietparteien umlegen. Dieses Nebenkostenprivileg ist entfallen. Wer weiter über Kabel fernsehen will, braucht seither einen eigenen Vertrag oder steigt in einen Rahmenvertrag der Wohnungsgesellschaft ein.

Ist Kabel oder Glasfaser besser?

Im Download nehmen sich beide bei 1.000 Mbit/s wenig. Der Unterschied liegt im Upload: Kabel ist dort deutlich langsamer, weil sich alle Haushalte eines Segments die Leitung teilen. Wer viel hochlädt, im Homeoffice arbeitet oder Videokonferenzen führt, fährt mit Glasfaser besser – falls sie an der Adresse liegt. Ende 2025 war das bei 49 Prozent der Haushalte der Fall.

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