Handy & Mobilfunk

Welches Netz nutzt welcher Anbieter?

Mobilfunknetze in Deutschland und die Marken, die darin funken

Kurz gesagt: In Deutschland gibt es vier Mobilfunknetze – seit dem 8. Dezember 2023 ist 1&1 als viertes dazugekommen. Fast alle anderen Marken haben kein eigenes Netz, sondern mieten sich ein. Welches Netz hinter einer Marke steckt, steht in der Tabelle. Wichtiger als die Frage „welches Netz“ ist allerdings die Frage „wie gut funktioniert dieses Netz dort, wo ich das Handy tatsächlich benutze“.

Welche Marke funkt in welchem Netz?

NetzMarken, die darin funken
Telekom (früher D1)congstar, fraenk, ja!mobil, Penny Mobil, EDEKA smart, Kaufland mobil, NORMA connect, High Mobile
Vodafone (früher D2)otelo, LIDL Connect, Rossmann mobil, fyve, NetCologne, WEtell
o2 (Telefónica)Blau, BASE, fonic, ALDI TALK, Ay Yildiz, Ortel Mobile, Lebara, Lycamobile, Tchibo mobil, WhatsApp SIM, NettoKOM, sipgate
1&1 (seit Dezember 2023)winSIM, sim.de, smartmobil, simplytel, PremiumSIM, yourfone, handyvertrag.de

Stand: September 2026. Netzverträge werden neu verhandelt, Marken wechseln – siehe unten.

Die Sonderfälle

Anbieter, die mehrere Netze verkaufen

freenet, mobilcom-debitel und klarmobil sind keine Netzbetreiber, sondern Händler. Sie verkaufen Tarife in mehreren Netzen gleichzeitig. Bei ihnen nützt die Frage nach „dem Netz des Anbieters“ gar nichts – entscheidend ist, welches Netz im konkreten Tarif steht. Das gehört zu den Angaben, die vor dem Abschluss sichtbar sein müssen.

1&1: eigenes Netz plus Vodafone

1&1 war jahrelang Kunde bei Telefónica und betreibt seit dem 8. Dezember 2023 ein eigenes Netz. Weil ein neues Netz nicht über Nacht flächendeckend steht, gilt seit dem 29. August 2024 National Roaming über Vodafone: Wo 1&1 noch nicht selbst funkt, übernimmt das Vodafone-Netz. Die Bestandskunden der Drillisch-Marken wurden nach und nach vom Telefónica-Netz auf diese Konstruktion umgestellt.

Praktisch heißt das: Bei winSIM, sim.de, smartmobil, simplytel, PremiumSIM und yourfone steckt heute das 1&1-Netz dahinter, nicht mehr o2. Wer einen alten Vertrag hat, sollte im Kundenkonto nachsehen, welcher Stand für ihn gilt. Mehr dazu im Artikel zum 1&1-Netz.

Warum „D-Netz“ und „E-Netz“ heute nichts mehr aussagen

Die Begriffe stammen aus den Neunzigern. Damals funkten die ersten beiden Netze – D1 von der Telekom und D2 von Mannesmann, dem heutigen Vodafone – auf 900 MHz, das war das D-Netz. Später kamen E-Plus und o2 auf 1800 MHz dazu, das E-Netz. Die niedrigere Frequenz trug weiter, deshalb galt D-Netz lange als das bessere.

Diese Einteilung ist überholt. Alle Netzbetreiber nutzen heute mehrere Frequenzbereiche gleichzeitig, von 700 MHz für die Fläche bis 3,6 GHz für 5G in der Stadt. Ein Tarif „im D-Netz“ sagt deshalb nichts mehr über die Reichweite aus, sondern nur, dass Telekom oder Vodafone dahintersteht.

E-Plus wiederum gibt es gar nicht mehr. Telefónica und E-Plus fusionierten 2014, seit 2016 laufen die Tarife unter der Marke o2, und 2017 wurde die bundesweite Zusammenführung zu einer einheitlichen Netzkennung abgeschlossen. Wo in älteren Ratgebern noch „E-Plus-Netz“ steht, ist schlicht das o2-Netz gemeint.

Warum solche Listen veralten

Netzverträge laufen aus und werden neu verhandelt, manchmal wechselt eine Marke komplett. Ein aktuelles Beispiel: Lycamobile funkte jahrelang im Vodafone-Netz und ist im September 2024 zu o2 gewechselt – ohne dass die Kunden die SIM-Karte tauschen mussten. Wer sich auf einen zwei Jahre alten Ratgeber verlässt, liegt also falsch.

Deshalb steht oben ein Datum. Und deshalb gilt: Im Zweifel steht das Netz in den Tarifdetails des Anbieters, und das ist die verbindliche Quelle.

Was wirklich zählt

Die Netzfrage wird überschätzt. Alle vier Netze decken die Fläche grundsätzlich ab, die Unterschiede liegen im Detail – und zwar örtlich. Ein Netz kann in Ihrer Straße hervorragend sein und zehn Kilometer weiter mäßig. Was hilft:

  • Netzabdeckungskarten der Betreiber. Jeder Netzbetreiber stellt eine Karte bereit. Prüfen Sie nicht nur die Wohnadresse, sondern auch Arbeitsplatz, Schule und die Strecke dazwischen.
  • Fragen Sie im Umfeld. Wer in der Nachbarschaft welches Netz nutzt und wie zufrieden er ist, sagt mehr als jeder bundesweite Netztest.
  • Prepaid zum Ausprobieren. Eine Prepaid-Karte im fraglichen Netz kostet wenige Euro und beantwortet die Frage endgültig, bevor Sie sich zwei Jahre binden.
  • Drosselung beachten. Manche Discounter-Tarife sind auch im besten Netz auf eine maximale Geschwindigkeit begrenzt. Das steht in den Tarifdetails und hat mit dem Netz nichts zu tun.

Tarife nach Netz vergleichen

Der Rechner zeigt aktuelle Tarife; das Netz steht jeweils in den Tarifdetails:

Anzeige: Der folgende Tarifrechner enthält Partnerlinks. Kommt darüber ein Vertrag zustande, erhält Tarifbook eine Provision – für Sie ändert sich am Preis nichts. Wie sich diese Seite finanziert

Häufige Fragen

Wie viele Mobilfunknetze gibt es in Deutschland?

Vier. Neben Telekom, Vodafone und o2 betreibt 1&1 seit dem 8. Dezember 2023 ein eigenes Netz. Alle anderen Marken haben kein eigenes Netz, sondern mieten Kapazität bei einem dieser vier ein.

Welches Netz nutzt ALDI TALK?

Das o2-Netz von Telefónica. Dort funken auch Blau, BASE, fonic, Ay Yildiz, Ortel Mobile, Lebara, Tchibo mobil, WhatsApp SIM und seit September 2024 auch Lycamobile.

Welches Netz nutzt congstar?

Das Telekom-Netz. Ebenfalls im Telekom-Netz funken fraenk, ja!mobil, Penny Mobil, EDEKA smart, Kaufland mobil und NORMA connect.

Welches Netz nutzen winSIM, sim.de, smartmobil und simplytel?

Das eigene Netz von 1&1. Diese Drillisch-Marken liefen früher im Telefónica-Netz und wurden nach dem Start des 1&1-Netzes umgestellt. Wo 1&1 noch nicht selbst funkt, greift seit dem 29. August 2024 National Roaming über Vodafone.

Was bedeutet D-Netz und E-Netz?

Die Begriffe stammen aus den Neunzigern: D-Netz waren die 900-MHz-Netze von Telekom (D1) und Mannesmann, heute Vodafone (D2), E-Netz die 1800-MHz-Netze von E-Plus und o2. Heute nutzen alle Betreiber mehrere Frequenzbereiche, die Einteilung sagt über die Qualität nichts mehr aus.

Gibt es das E-Plus-Netz noch?

Nein. Telefónica und E-Plus fusionierten 2014, seit 2016 laufen die Tarife unter o2, und 2017 wurde die Zusammenführung zu einer einheitlichen Netzkennung bundesweit abgeschlossen. Wo in älteren Texten vom E-Plus-Netz die Rede ist, ist das o2-Netz gemeint.

Woher weiß ich, welches Netz für mich das beste ist?

Nicht aus bundesweiten Netztests, sondern aus der Abdeckung an Ihren eigenen Orten. Prüfen Sie die Netzabdeckungskarten der Betreiber für Wohnung, Arbeitsplatz und den Weg dazwischen. Am sichersten ist eine Prepaid-Karte im fraglichen Netz als Test, bevor Sie einen langen Vertrag abschließen.

Weiterlesen

Discounter, Eigenmarken und Drittmarken – wer gehört zu wem?

Die meisten günstigen Marken im deutschen Mobilfunk sind keine eigenständigen Unternehmen mit eigener Technik, sondern Vertriebswege. Drei Bauformen kommen vor:

  • Eigenmarken der Netzbetreiber. congstar und fraenk gehören zur Telekom, otelo zu Vodafone, Blau, BASE und fonic zu Telefónica. Sie funken naturgemäß im Netz ihrer Mutter.
  • Handelsmarken. ALDI TALK, LIDL Connect, Rossmann mobil, Kaufland mobil (früher K-Classic mobil), Tchibo mobil, EDEKA smart, Penny Mobil, NORMA connect und ja!mobil tragen den Namen einer Handelskette, technisch betrieben werden sie aber von einem Netzbetreiber oder einem Dienstleister im Hintergrund.
  • Unabhängige Anbieter. freenet, klarmobil, Lebara, WEtell und andere kaufen Kapazität ein und verkaufen sie weiter – zum Teil in mehreren Netzen gleichzeitig.

Das Netz ist physikalisch dasselbe. Wer bei LIDL Connect telefoniert, nutzt dieselben Vodafone-Masten wie ein Vodafone-Kunde; wer bei ALDI TALK ist, dieselben o2-Masten. Der häufigste Irrtum – Discounter hätten schlechteren Empfang – stimmt so nicht.

Was sich tatsächlich unterscheidet, ist die Ausstattung des Tarifs: ob 5G enthalten ist, wie hoch die maximale Geschwindigkeit angesetzt ist, wie viel Volumen im EU-Ausland zur Verfügung steht, ob es eine Hotline oder nur ein Kontaktformular gibt. Genau diese Punkte lohnen den Blick ins Kleingedruckte, nicht die Netzfrage.

LIDL Connect oder ALDI TALK?

Die meistgestellte Discounter-Frage lässt sich kurz beantworten: LIDL Connect funkt im Vodafone-Netz, ALDI TALK im o2-Netz. Beide sind Prepaid, beide gibt es ohne Bonitätsprüfung, beide bieten ähnlich zugeschnittene Pakete. Die Entscheidung fällt deshalb nicht am Preis, sondern am Netz – und damit daran, welches der beiden bei Ihnen zu Hause, am Arbeitsplatz und auf dem Arbeitsweg besser funktioniert. Wer beide Netze kennt, weiß die Antwort schon; wer nicht, fragt am besten im Umfeld nach oder testet eine günstige Prepaid-Karte einen Monat lang.

Weiterlesen